Aktuell


 

Hier finden Sie das aktuelle Kirchenmagazin KIRCHE FÜR DIE STADT.
 
       
 


Bis Mitte Juli hing an den vier evangelisch-lutherischen Kirchen ein großes Banner. Nur ein einziges Wort stand darauf: „Allein?“ Inzwischen hängen weitere Plakate mit unterschiedlichen Fragen. Das können Sie bei einem Sommerspaziergang durch die Innenstadt entdecken.

In einigen Tagen erfahren Sie mehr über diese Plakataktion der vier lutherischen Innenstadtgemeinden.


   
 


Ausstellung in St. Jacobi

20. August bis 20. September 2017

 

Martin Luther hat ein schwieriges Erbe hinterlassen. In der Anfangszeit der Reformation hat er dafür plädiert, die Juden menschlich zu behandeln. Später hat er sie unerträglich geschmäht und die Anwendung von Gewalt gegen sie gefordert. Auch sein übriges Schrifttum lässt keinen Raum für jüdisches Leben. Alles Licht fällt auf die Seite des Evangeliums, alles Dunkel auf die jüdische Seite, symbolisiert vom Gesetz ohne Gnade. Das jüdische Selbstbild blieb bedeutungslos, obwohl Jesus, wie Luther anfangs betonte, ein „geborner Jude“ war. Erst nach dem Holocaust haben die evangelischen Kirchen begonnen, sich dem lastenden Erbe von Luthers Judenfeindschaft zu stellen.

Die Wanderausstellung wurde unter der Leitung, die von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) und des jüdischen Touro-College Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Peter von der Osten-Sacken erarbeitet und im Herbst 2015 in der Berliner Sophienkirche gezeigt wurde. Auf den Tafeln der Ausstellung erhalten jüdische und christliche Perspektiven Raum.

Sonntag, 20. August 2017, 18 Uhr
Gottesdienst zur Eröffnung der Ausstellung mit Bachkantate

Der 10. Sonntag nach Trinitatis wurde seit der Reformation als Gedenktag der Zerstörung Jerusalems begangen. Diese Tradition steht heute unter dem Verdacht antijüdischer Tendenzen. Heute wird der Sonntag auch „Israelsonntag“ genannt und thematisiert das Verhältnis von Juden und Christen.

Zur Eröffnung der Ausstellung wird der Kammerchor St. Jacobi Johann Sebastian Bachs Kantate für diesen Sonntag „Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei“ (BWV 46) singen. Diese Kantate von 1723 mit großer Orchesterbesetzung beginnt mit einem eindrücklichen Klagelied über die Zerstörung Jerusalems, das Bach zehn Jahre später in seiner h-Moll-Messe wieder aufgegriffen hat. In der Predigt wird Pastor Harald Storz der Frage nachgehen, ob und wieweit der Kantatentext typisch christliche, „antijudaistisch“ Tendenzen zeigt.

Montag, 21. August 2017, 10 - 17 Uhr
Lehrerfortbildung zum Thema der Ausstellung, Einführung;
Überblick und Diskussion möglicher Unterrichtsentwürfe

Referenten: Ingrid Schmidt, Dozentin in der kirchlichen Erwachsenenbildung
Helmut Ruppel, Pfarrer und Studienleiter i.R.

 

Montag, 28. August 2017, 19.30 Uhr
Luther und die Juden - eine kirchengeschichtliche Einführung
Vortrag im Gemeindesaal St. Jacobi
Prof. Dr. Thomas Kaufmann, Göttingen

Der Referent wird einerseits Luthers Stellung zu den Juden in seiner Zeit beleuchten, andererseits die Frage nach der Rezeptionsgeschichte bis in die Zeit des Dritten Reiches hinein verfolgen. Der Vortrag soll den Zugang zur Ausstellung erleichtern.

 

Sonntag, 3. September 2017, 11 Uhr
Führung durch die Ausstellung: Melanchthon und Bugenhagen im Gespräch über Luther und das Judentum

Wilhelm Behrendt, Projektwerkstatt „Spurensuche“

 

Sonntag, 17. September, 11 Uhr
Führung durch die Ausstellung: Perspektiven des Aufbruchs im christlich-jüdischen Dialog, geschichtliche Stationen und konkrete Beispiele

Wilhelm Behrendt, Projektwerkstatt „Spurensuche“

 

Montag, 18. September, 19.30 Uhr
Jüdische Sichten auf die Reformation und Martin Luther
Vortrag im Gemeindesaal St. Jacobi
Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Der Vortrag zeigt anhand ausgewählter Beispiele Jahrhunderte alte, aber auch gegenwärtige jüdische Sichten auf Luther und die Reformation


   
 

Katalog zur Ausstellung

Anlässlich der Ausstellung „Sichtlich evangelisch“ ist ein Katalog erschienen. Auf 120 Seiten stellt er diese Fenster zum ersten Mal mit zahlreichen Detailaufnahmen vor und erschließt ihre Entwurfsgeschichte, ihr theologisches und künstlerisches Programm sowie ihre gestalterische Ausführung. Weiterführende Beiträge widmen sich der historistischen Renovierung der Jacobikirche, in deren Zusammenhang die Fenster entstanden, sowie dem Schaffen der bedeutenden Hannoveraner Glasmalwerkstätten Henning & Andres sowie Lauterbach & Schröder, das hier erstmals für die Forschung erschlossen wird.

Sonderpreis nur in der Kirche nur bis zum Ende der Ausstellung 23. Juli: 15 Euro, statt 19,80 Euro im Buchhandel.

   
 

 


Zurzeit ist der Laternenpfahl vor dem Gemeindehaus
die einzige Möglichkeit, ein Fahrrad sicher anzuschließen.

Fahrradbügel vorm Gemeindehaus

Der Umbau des Gemeindehauses im Erdgeschoss ist erfolgreich abgeschlossen. Fahrstuhl und barrierefreie Toiletten sind in Betrieb. Doch Radler werden zu Recht Abstellmöglichkeiten vermissen. Der alte Ständer war zu klein und entsprach nicht mehr heutigem Sicherheitsbedarf. Deshalb wurde er abgebaut. Er soll durch Fahrradbügel zum sicheren Anschließen ersetzt werden.

Noch liegt keine Abschlussrechnung für die Gemeindehaussanierung vor. Aber es ist abzusehen, dass die Kostenplanung aufgrund eines großen Wasserschadens überschritten worden ist. Daher ist für neue Fahrradbügel kein Geld da.

Die Installation von zehn Fahrradbügeln kostet einschließlich Fundamentierung ca. 3.000 Euro. Darum unsere Frage: Unterstützen Sie diese Maßnahme?

Spendenkonto: Sparkasse Göttingen, IBAN DE77 2605 000 1000 0000 828, Verwendungszweck: St. Jacobi Fahrradbügel.

Sie können das Fahrradbügel-Projekt auch unterstützen über www.bildungsspender.de, ohne dass Sie einen Cent bezahlen. Die Kirchengemeinde St. Jacobi hat sich auf diesem Spendenportal registrieren lassen.

  • Sie wollen einen Tisch bei IKEA bestellen?

  • Sie wollen eine Bahnfahrkarte buchen?

  • Sie wollen über eventim eine Konzertkarte für die Stadthalle ordern?

  • Sie möchten über Fleurop oder Blume2000 jemandem einen Blumenstrauß schicken?

  • Sie suchen für Ihren nächsten Urlaub einen Flug oder ein Hotel?

Ganz einfach:

  1. Bevor Sie Ihre Bestellung aufgeben, geben Sie im Browser „bildungsspender.de“ ein.

  2. Auf dieser Seite öffnen Sie das Menü „Bildungsspender.de - Mach aus Deinem Einkauf eine gute Tat“.

  3. Dann klicken Sie auf der Titelleiste „Einrichtungen“ im Untermenü auf „Andere Einrichtung/Projektgruppe suchen“ und geben im Feld „Suche nach Namen, PLZ, Ort“ St. Jacobikirche ein und bestätigen diese Eingabe auf dem Logo der Kirchengemeinde.

  4. Es öffnet sich ein weiteres Menü, in dem Sie nach Produkten und Firmen suchen können. Über 1.700 Shops sind bei Bildungsspender gelistet.

  5. Dann klicken Sie den Shop Ihrer Wahl an und werden auf die entsprechende Shop-Website weitergeleitet.

  6. Dort geben Sie wie gewohnt Ihre Bestellung auf, mit dem kleinen Unterschied: Der Shop leitet über das Spendenportal einige Prozent des Rechnungsbetrages an St. Jacobi weiter.

So einfach können Sie St. Jacobi unterstützen!


   
 

Das Engelpuzzle in St. Jacobi


Mit Eifer und Entdeckerfreude setzen die Kinder der Blauen Gruppe der KiTA St. Jacobi das Engelpuzzle zusammen

Neben den 26 Informationstafeln „Sichtlich evangelisch“ bietet die Ausstellung in der St. Jacobikirche auch ein anregendes Puzzlespiel, das nicht nur Kinder zum Verweilen animiert. Oft genug fordert es auch Erwachsene heraus, die Einzelteile zusammenzulegen. Entlang der Bleieinfassungen der einzelnen Gläser hat Wolfgang Menz/Leipzig ein Foto des Jugendstilengels aus einem der Jacobifenster in 35 Teile zerlegt und auf Holz aufgezogen. Von einer eindrücklichen Begegnung am Puzzletisch berichtet Kirchenhüterin Marianne Storz:

Zwei junge Leute bewegen sich langsam von einem zum nächsten Plakat durch die Ausstellung über die Innenrenovierung und die Fenster der Jacobikirche. Sie nehmen sich Zeit, die Texte zu lesen und zeigen ihrem Kind die Bilder auf den Plakaten.

Irgendwann geht dem Mädchen die Geduld aus. Voller Neugier läuft es selbständig durch die Kirche. „Magst du ein bisschen puzzlen?“ frage ich. Die Kleine schaut mich fragend an. Die Mutter kommt dazu und erklärt in gebrochenem Deutsch, dass das Kind mich nicht verstanden hat. Ich wiederum verstehe in ihrer Übersetzung für die Tochter nur ein einziges Wort: „Puzzle“. Da strahlt das Mädchen und geht mit mir zu dem großen Tisch, auf dem das Engel-Puzzle liegt: die Reproduktion eines Fensters im Südschiff der Kirche, 1,40 m x 1 m groß, in 36 Einzelteile zerlegt. Es ist fast so groß wie das Originalfenster oben im Maßwerk des „Wollenweberfensters“.

In der Mitte des Tisches liegt schon der Engelkopf: ein Gesicht mit mädchenhaften Zügen. Es schaut die Betrachter mit seinen nicht ganz ebenmäßigen Augen zugewandt an. Das Kind ist sofort begeistert dabei und sucht die gelben Teile, die sechs Flügel des Engels. Sie umrahmen das Gesicht. Ohne miteinander zu sprechen, schieben wir uns gegenseitig die Teile zu. Dann wird es schwieriger: beim grau-hellblauen Hintergrund sind die Bleieinfassungen des Fensters die einzige Orientierung. Mutter und Vater des Kindes kommen uns nacheinander zu Hilfe. Die Begeisterung ihrer kleinen Tochter hat sie angesteckt. Schließlich liegt das Engelfenster fertig vor uns auf dem Tisch. Stolz, zufrieden und fröhlich sehen wir uns an. Engel sprechen viele Sprachen – und oft sprechen sie sogar ohne Worte.


   
       
 
Zuletzt aktualisiert: 12.08.2017